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Grafeneck

Es waren Fragen wie die zu Beginn gestellten, die in diesem Online-Seminar immer wieder aufkamen. Speziell interessierte die Schülerinnen und Schüler aber, wie es sein konnte, dass Ärzte, deren Ziel und Aufgabe eigentlich das Retten von Menschenleben ist, nun die Aufgabe des Tötens durch Gas übernahmen. Haben sie vorher gewusst, was sie tun müssen? Die Antwort, die die Leiterin des Seminars, Kathrin Bauer, hierauf gab, war eindeutig: Ja. Sie wussten es. Und sie taten es aus voller ideologischer Überzeugung.

Das Online-Seminar, das von der Gedenkstätte Grafeneck angeboten wird, bot tiefgehende Einblicke in die Geschehnisse in den Jahren 1939-1940 in Grafeneck. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren auch, dass an diesem Ort heute wieder behinderte Menschen leben und teilweise arbeiten. Zudem wurde über die Möglichkeit und die Notwendigkeit des Erinnerns an diese Verbrechen gesprochen. Die Schülerinnen und Schüler der 9a und der 9b zeigten großes Interesse an den von Frau Bauer berichteten Informationen. Sie stellten viele Fragen, dekonstruierten gemeinsam nationalsozialistisches Quellenmaterial und diskutierten intensiv.
 
Bei einer Befragung im Nachgang des Seminars wurde die Veranstaltung von den Schülerinnen und Schülern als durchweg positiv bewertet. Sie bedankten sich für den „Einblick in das Leben der Menschen“, die damals an diesem Ort lebten und ermordet wurden – Frau Bauer stellte nämlich unter anderem die Laufbahn und das Leben eines Täters sowie das Leben und den Ablauf der Ermordung eines der Opfer dar. Dass so etwas nie wieder passieren darf, das steht heute in unserer Verantwortung, so der abschließende Appell von Frau Bauer.
 
T: Anna-Mareike Meinecke und Andreas Kuhn