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Am Morgen des 24. Juni war es so weit. 15 Schülerinnen und Schüler des Maria von Linden-Gymnasiums und 11 Schülerinnen und Schüler des Hermann-Hesse-Gymnasiums trafen sich an der Wendeplatte vor dem MvLG in Calw-Stammheim, um eine gemeinsame zweitägige Exkursion ins Elsass durchzuführen. Die Gruppe umfasste die Schüler, die Französisch in der Oberstufe gewählt hatten – sei es als Basiskurs (mit der Möglichkeit, das mündliche Abitur in Französisch abzulegen) oder sei es als Leistungskurs (mit dem schriftlichen Abitur als verpflichtendem Ziel des Oberstufenunterrichts). Frau Gebert-Moser vom MvLG und Herr Kuhn vom HHG hatten sich bei Organisation und Vorbereitung der Exkursion eng miteinander abgesprochen, um ihren beiden Kursen interessante Einblicke in die wechselvolle Geschichte des Elsass – diese französische Region steht wie keine zweite für die deutsch-französische Geschichte seit dem Mittelalter – zu bieten. 
Die erste Station war die Festung Schoenenbourg. Diese ist Teil der berühmten Maginot-Linie, welche in der Zwischenkriegszeit, nachdem das Elsass wieder französisch geworden war, errichtet wurde, um sich französischerseits vor einem erneuten Angriff der Deutschen zu schützen. 30 Meter unter der Erde befinden sich dort nicht nur für damalige Verhältnisse modernste Geschützstände, sondern auch Unterkunfts- und Verpflegungsmöglichkeiten für über 600 Soldaten.
Die zweite Station führte uns bereits nach Straßburg, in die Hauptstadt des Elsass. Dort besichtigten wir das Gebäude des Europarats und bekamen eine französischsprachige Führung, die uns in die Arbeitsweise und in die große Bedeutung dieser ältesten europäischen Institution (gegründet im Jahre 1949) einführte.

Nachdem wir in unserer Unterkunft, dem Centre Culturel Saint-Thomas, einer von der katholischen Kirche geleiteten Begegnungsstätte, eingecheckt hatten und sich unser Reisebus wieder in Richtung Heimat begeben hatte, fuhren wir mit der Straßenbahn ins historische Stadtzentrum, wo wir zu Abend aßen, eine Bootsrundfahrt auf der Ill unternahmen und dann die lebendige Altstadt auf eigene Faust erkundeten und genossen.

Der zweite Tag war geprägt von der Zeit, als das Elsass und der nördliche Teil Lothringens als „Reichsland Elsass-Lothringen“ zum deutschen Kaiserreich gehörten. Eine zweistündige Führung durch die wilhelminische Neustadt führte uns den Glanz und die Vielschichtigkeit dieser Epoche vor Augen. Höhepunkt war ganz zweifellos die unerwartete Möglichkeit, die glanzvolle Aula des Universitätsgebäudes, welches im Stil der Neorenaissance errichtet wurde, betreten zu dürfen.
Nach einer längeren Mittagspause, in der wir uns von den Strapazen von Hitze und längeren Fußmärschen erholen mussten, wurden wir von unserem Reisebus wieder abgeholt, der uns abschließend noch in die Vogesen, zur Burg Hohkönigsburg, die unter Kaiser Wilhelm II. nach damals hochmodernen Vorstellungen als ein „Museum des (deutschen) Mittelalters“ wiedererrichtet wurde, brachte, bevor wir uns wieder gen Calw aufmachen konnten.

Die abiturrelevanten Inhalte, die während des Schulunterrichts bereits behandelt worden waren oder noch behandelt werden müssen, hatten während unserer gelungenen Exkursion auf eindrückliche Art und Weise Gestalt angenommen.
(T:/F:Andreas Kuhn)