bildung mit koepfchen

header hhg mobile schmal

Zeitzeugen

Friedliche Revolution, Wiedervereinigung und Transformation – 

Die Klasse 9b nahm im Rahmen einer in ganz Baden-Württemberg von den Universitäten Konstanz und Tübingen sowie dem Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung organisierten DFG-Unterrichtsstudie an einer zehn Unterrichtsstunden (fünf Doppelstunden) umfassenden Unterrichtseinheit zum Umgang mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen im Geschichtsunterricht teil.
Während man beim Begriff „Zeitzeuge“ üblicherweise sofort an Überlebende des Holocaust denkt, ging es in dieser Einheit um Zeitzeugen aus der Zeit von Friedlicher Revolution und Wiedervereinigung, d. h. aus der Zeit von 1989/90, genauer um Ost- und Westdeutsche, die im Jahre 1975 geboren wurden. Diese heutigen Mittvierziger waren in der Zeit der Wende also genauso alt wie die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 9, wodurch sie die einschneidenden Ereignisse der Wendejahre aus der prägenden Perspektive von Jugendlichen miterlebt haben.
Die Einheit war grob folgendermaßen aufgebaut: In der ersten Doppelstunde wurde in der Klasse ein Prätest – also ein Test vor Beginn der Unterrichtseinheit – durchgeführt. Die eigentliche Unterrichtseinheit, die der Fragestellung Deutschland nach der Wiedervereinigung – Immer noch ein geteiltes Land? gewidmet war, bestand dann aus drei Doppelstunden, wobei in der zweiten Doppelstunde zwei Zeitzeugen der „Generation 1975“ in die Klasse kamen und von den Schülern nach verschiedenen Gesichtspunkten und mit vorbereiteten Fragen interviewt wurden. Die Zeitzeugen hießen Carina Heilmann (aus Brandenburg stammend) und Dirk Preuß (aus West-Berlin stammend). Ihre Erzählungen führten die Schüler sehr plastisch in die Zeit der Achtzigerjahre sowohl in der DDR als auch in West-Berlin und machten die vor allem für die Ostdeutschen fundamentalen Veränderungen der Wende- und Nachwendezeit viel greifbarer. In der letzten Doppelstunde dann kam wieder eine externe Testleitung, um – in Analogie zum Prätest – einen Posttest durchzuführen, deren Analyse zu hoffentlich gewinnbringenden Erkenntnissen über den Einsatz von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen im Geschichtsunterricht führen wird.
Andreas Kuhn