Calw. Beim Adventskonzert des Hermann Hesse-Gymnasiums Calw (HHG) in der Stadtkirche hatten sich die Ensembles des HHG in Kooperation mit der Städtischen Musikschule einiges vorgenommen. Mit „Lasst uns froh und munter sein“ starteten die Streicherklassen der fünften und sechsten Jahrgangsstufe. Philipp Ratz und Eva König auch den „King Williams March“ einstudiert. Die jungen Streicher begleiteten das Publikum beim ersten gemeinsamen Lied „Freu dich Erd‘ und Sternenzelt“.
Der elfköpfige Unterstufenchor unter Leitung von Britta Schwarte bot traditionelle deutsche Weihnachtsweisen. Frisch und rhythmusbetont erklangen die englischsprachigen Titel „Jubilate everybody“ und das Spiritual „Go tell it on the mountain“.
Die frohe Botschaft „Heut ist geboren Emanuel“ verkündete im Anschluss der HesseChor. Die klaren und kräftigen Stimmen der Schüler der Oberstufe unter Leitung von Sabine Rikker meisterten eindrücklich „Wirf dein Anliegen auf den Herrn“ aus dem Oratorium „Elias“ von Felix Mendelssohn Bartholdy.
Mittlerweile eine anerkannte Größe in der Calwer Orchesterlandschaft ist die Junge Philharmonie, ein Kooperationsprojekt von HHG und Musikschule. David Raiser dirigierte den ersten Satz des Violinkonzerts e-moll von Mendelssohn Bartholdy. Für ihr ausdrucksstarkes Spiel ernteten die jungen Musiker ebenso wie Violinsolist Patrick Dittrich großen Applaus. Aus der „Italienischen Symphonie“ des gleichen Komponisten dirigierte Philipp Ratz den zweiten Satz. Ihm folgte das Orchester mit Präzision und lebendigem Ausdruck. Hesse-Chor und Junge Philharmonie bildeten für die Choralkantate „Verleih und Frieden gnädiglich“ einen begeisternden Klangkörper. Das Publikum sang freudig „Sieh, dein König kommt zu dir“ und „Fröhlich soll mein Herze springen“ mit.
Mit dem siebenstimmigen Lied „Poor Mary“, das sie rhythmisch klatschend begleiteten, nahm der gemischte Hesse-Chor Aufstellung vor dem Altar. Schwungvoll erklang Georg Friedrich Händels „Joy to the World“, bevor die „Celebration Bell“ das Ende eines beeindruckenden wie anrührenden Schülerkonzerts einläuteten.
Das Konzert fand im Rahmen der „Klangrede“ statt. So hörte das Publikum von weihnachtlicher Waffenruhe zwischen Deutschen und Engländern im Ersten Weltkrieg sowie von einer spontanen musikalischen Begegnung zwischen Ost- und Westdeutschen im Niemandsland in der Weihnachtszeit nach der Maueröffnung.
Von Jeanette Tröger