Calw. Streng genommen müsste die Konzertreihe „Jazz am Schießberg“ „Jazz am HHG“ heißen. Denn mittlerweile ist die gesamte Vorbereitung und Organisation der Musikabende in Schüler- hand. René Kling, Natalie Billes, Lukas Kaiser und Michael Baumann beteiligten sich im Unterricht bei ihren Lehrern Philipp Ratz und Christoph Wilke an der Schülerfirma „Hesse Solutions“. So haben die Pennäler des Hermann Hesse-Gymnasiums (HHG) das gesamte Eventmanagement von „Jazz am Schießberg“ übernommen.

Die rührigen Elftklässler hatten zum Auftakt der Reihe nach der Sommerpause von der Werbung bis zur Bewirtung der Gäste alles im Griff. Auch bei der Auswahl der Musiker hatten sie ein glückliches Händchen. Denn das Konzert im Forum am Schießberg war für viele Musikfreunde wieder einmal ein bleibendes Erlebnis.

Die talentierte Sängerin mit klassischer Gesangsausbildung Hannah Köpf präsen- tierte mit märchenhaft schöner Stimme Songs, die unter die Haut gingen und wurde dabei von Benjamin Schäfer (Piano), Bastian Ruppert (Gitarre), Jakob Kühnemann (Bass) und Tim Dudek (Schlagzeug) begleitet. Der locker und leicht wirkende Sound der Band und Köpfs hinreißende Stimme mit warmem Timbre berührten schnell die Herzen der Zuhörer.

Es zeigte sich, dass die Sängerin das besondere Talent hat, balladenhaft singend aus dem wirklichen Leben zu erzählen. Und dabei entfaltete sie die ganze Bandbreite ihrer unvergleichlichen Altstimme. Sie sang mal melancholisch-verträumt und dann wieder rhythmisch betont und voran- treibend. Es war deutlich zu spüren, dass die begnadete Sängerin sich mit ihren selbst verfassten Texten identifiziert und sie leidenschaftlich musikalisch interpretiert.

Die in englischer Sprache gesungenen Lieder sind auch in Köpfs neuem Album ­“Lonely Dancer“ enthalten. Im Titelsong erklangen wehmütige Töne über Einsamkeit und das Warten auf eine Person, die das Alleinsein vergessen machen kann. Beim Titel „Stay here for a while“ plädierte Köpf für „immer wieder mal Stillhalten und Durchatmen“ in einer hektischen Zeit.

Besonders anrührend war der Titel „She smiles“. „Wenn ich später eine alte Frau bin, möchte ich auf alle Höhen und Tiefen, die es im Leben gegeben hat, einmal zufrieden lächelnd zurückblicken können“, wünscht sich die 34-jährige Sängerin in diesem Lied. Es war gerade dieser unter die Haut gehende Gesang mit Botschaften aus dem wahren Leben, der einen starken Eindruck hinterließ.

Durch häufigen Wechsel der Instrumente und Soloeinlagen der Musiker der hochkarätig besetzten Band entstanden immer wieder neue Klangfarben. Die Musikprofis legten jeweils ein passendes jazziges Fundament zu Köpfs hinreißenden Gesang.

Am Freitag, 24. Oktober, ab 20 U

Von Bettina Bausch